Putin lässt einen Steirer ehren
Höchste Auszeichnung Russlands für Kriegsgräber-Experten

Wien.- Er gräbt auf ehemaligen Schlachtfeldern und er gräbt in Archiven – vornehmlich russischen. Das Ergebnis: Sterbliche Überreste von Gefallenen des Zweiten Weltkriegs bekommen aus der Anonymität von Massengräbern heraus wieder eine Identität, Verwandte erhalten die endgültige Gewissheit, wo ihre vermissten Familienangehörigen geblieben sind. Der Steirer Ing. Peter Sixl (62), pensionierter Landesbeamter, erhielt gestern (22. Februar) am Vorabend zum russischen Feiertag „Tag der Landesverteidigung“ dafür vom Botschafter der Russischen Föderation Dr. Stanislaw Ossadtschij in der Botschaft in Wien mit dem „Orden der Freundschaft“ im Namen von Wladimir Putin die höchste Auszeichnung, die je einem Ausländer von Russland verliehen wurde.
Peter Sixl, in seiner aktiven Dienstzeit als studierter Landschaftsarchitekt hauptamtlicher Begrüner von Autobahnstreifen und Straßenböschungen, hat seine „detektivische“ Ader zum Aufspüren von Kriegsgräbern im Jahre 1991 entdeckt. Archive dienten ihm seitdem ebenso für seine Nachforschungen wie auch Berichte von Augenzeugen, die sich noch dunkel erinnern konnten, wo in der Steiermark in den letzten Kriegstagen, als sich die Rote Armee im Vormarsch befand, gefallene Soldaten und Offiziere der Krieg führenden Armeen provisorisch beerdigt wurden – Gräber, die vielfach in Vergessenheit geraten sollten. Peter Sixl hat viele dieser Gräber aufgespürt. Sixl: „Rund 30.000 Tote werden es sein, die ich im Laufe der Jahre auf russischen, heute zum Teil in der Ukraine liegenden Schlachtfeldern gefunden habe, rund 100 waren es in der Steiermark.“ „Es ist eine Arbeit wie die von Peter Sixl,“ hob Botschafter Dr. Stanislaw Ossadtschij in seiner Laudatio hervor, „ein wesentlicher Beitrag zur Verständigung der Völker bei der Aufarbeitung ihrer Geschichte.“ Dadurch würde das gemeinsame Verstehen gefördert, was die Begründung von Freundschaften ermögliche.
Graz, am 23. Februar 2006
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